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Nathans Kinder – Ulrich Hub lässt in seiner Lessing-Bearbeitung die zweite Generation um friedliche Koexistenz ringen

Friede, Freude, Frühstück

von Elena Philipp

Bei Lessing war Nathan der Weise. In Ulrich Hubs Version ist es die zweite Generation, die mit dem Mord und Totschlag zwischen den Religionen nichts mehr zu tun haben möchte. "Gebt endlich Frieden!" fordern "Nathans Kinder". Sie sind aufgeklärter und rationaler als der Sultan, der Bischof und der Jude Nathan, die sich über Glaubensfragen prügeln. Die Lösung der Nachgeborenen: "Frieden wird es erst geben, wenn kein Mensch an irgendeinen Gott mehr glaubt." Nicht Versöhnung, sondern die Überwindung der Religionen steht auf dem Programm.

 

Abgesehen von diesem säkularen Dreh bleibt Hub Lessings Fabel weitgehend treu, in vereinfachter Sprache. Er bietet der jugendlichen Zielgruppe Identifikationsmöglichkeiten mit den nur wenig älteren Figuren Recha, Nathans Tochter, und Kurt, dem jungen Kreuzritter - angesichts des abstrakten Themas nicht unerheblich. Die blitzgescheite Recha ermuntert Kurt, seine Vorurteile zu überdenken. Er habe sie zwar aus dem brennenden Haus gerettet, doch hätte er gewusst, dass sie eine Judentochter ist - niemals hätte er's getan, versichert er. "Schimpfe auf die Juden, so viel du willst", nimmt ihm Recha den Wind aus den Segeln. "In deinem Herzen bist du ein guter Mensch. Sonst hättest du nicht für mich dein Leben aufs Spiel gesetzt". Kurt, der von Rechas Klugheit ebenso betört ist wie von ihrer Schönheit, entschuldigt sich bei Nathan: "Ich schäme mich. ... Selbstverständlich habt Ihr Recht. Niemand hat sich seinen Glauben ausgesucht. Juden. Christen. Muselmänner –", alle sind gleich.

Ein Etappensieg auf dem Weg zur friedlichen Koexistenz ist errungen, doch Kurt hat dem Bischof verraten, dass Recha eigentlich ein Christenkind ist. Nathan nahm sie nach dem Tod ihrer Eltern auf, obwohl Christen seine eigene Familie ermordet hatten. Der Bischof und der Sultan würden Nathan nur zu gern unter dem Vorwand eines religiösen Vergehens töten und sein enormes Vermögen konfiszieren. Recha rettet Nathan; sie mimt das verwirrte Mädchen, dem die drei Alten erweisen sollen, welcher Glaube denn nun der einzig wahre sei. Sie lässt die drei Herren sich streiten, um sie dann durch eine gezielte Provokation zu einen: "Ich glaube nicht an Gott". Frevel? Friede, Freude, gemeinsames Frühstück! Wären die Streitparteien im Nahen Osten so einfach an einen Tisch zu bringen wie Hubs Personnage, wäre das wunderbarer als das "alte Märchen" von den drei Ringen.

 

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