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Wie ich nicht von meiner Currybude erzählen kann
Montag, 24. Mai 2010

"Mir bleibt nur die Cu-Cu-Currywurst – tief im Westen, wo die Sonne verstaubt", sang Nicolas Stemann während der Kontrakte des Kaufmanns. Es war ein furioses Lehmann-Brothers-Medley, das er mit der Zugabe von Grönemeyer offensichtlich eigens für das Gastspiel im Pott eingerichtet hat (am Kölner Schauspielhaus gab es 2009 jedenfalls nur Falcos "Jeanny" und "Verdammt lang her" von BAP in finanzkritischer Umtextung).

Aber Currywurst! Ja, auch wir wollen uns der lokalen Kultur anpassen und endlich umsetzen, was uns schon seit drei Jahren vorschwebt: Ein Besuch in der Wurstbude beim Schloss Broich, an der Einfahrt zum Ringlockschuppen. Mit diesem Curry-Imbiss verbinde ich ein nahe gehendes Erlebnis. 2007, als Rimini Protokoll mit "Das Kapital. Erster Band" im Ringlockschuppen gastierten, bestellte ich hier, was für mich seither als Non plus ultra einer Currywurst gilt:

–   Wie scharf willste se denn haben?
–   Eher scharf.
–   Ja, wie scharf?
–   Weiß nicht, wie scharf geht's denn?
–   Also wir haben Schärfen von 1 bis 12...
–   Na dann nehme ich mal 7 (praktisch: Knapp über Mittel kann ja nicht verkehrt sein!)

War aber verkehrt. Ich will jetzt nicht vom Gespött meiner Freunde erzählen, die sich an meiner Pein ergötzten, nicht von den Zweiflern ("Na komm, so schlimm kann es doch nicht sein..."), nicht von den Mitfühlenden ("Jetzt lass se doch stehen!"). Mir ging's – ja wie? Ich sag's mit Nis-Momme Stockmann: Ich "weine eine Träne, für die ich mich kurz darauf schäme". So war das damals.

Seit es das Nachtkritik-Festivalportal zu den Mülheimer Theatertagen gibt, haben wir uns vorgenommen, wieder dorthin zurückzukehren, an den Ort des Grausens. "Über 3 mach ich's auf keinen Fall mehr", war meine Ansage. Aber tatsächlich sind wir in den vergangenen Jahren überhaupt nicht dazu gekommen, die Frittenbude wenigstens ein Mal anzusteuern.

fritten

"The Times They Are-A Changin'": Der Imbiss heißt jetzt "Micha's Frittenschmiede". Die ehemalige Besitzerin hat aufgegeben, ein muskulöser Endzwanziger (Micha?) steht am Verkauf. Es hat sich einiges, wie sagt man, objektiviert:

–   Ja, die frühere Besitzerin hatte so eine komische Skala. Aber da stimmte hinten und vorne nichts. Zwischen 6 und 7 gab's da einen riesigen Sprung in den Scoville.
–   Entschuldigung wie heißt das, diese Einheit?

Scoville bezeichnet den Grad der Schärfe, lernen wir, und auch dass Micha's Frittenschmiede mit Soßen bis zu 3.000.000 Scoville (sic!) aufwartet. Das liegt im Bereich von Polizei-Pfefferspray. Drei Leute in Mülheim geben sich quartalsmäßig diese ultimative Currywurst-Erfahrung. Wir nicht, nein, wir sind gewarnt. Irgendwo bei 3000 Scoville (sic!) verortet man uns. Ziemlich mild, vielleicht gar einen Ticken zu mild für unsern Geschmack. Ganz sicher aber wesentlich zu mild für eine gute Geschichte. Für eine gute Geschichte vom schmerzhaften Geschmack. Dafür fehlen einige zehntausend Scoville.

Christian Rakow, 15:22

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